Sicherheit
In den Gesprächen mit meinen Kunden spielt die Sicherheit einer Geldanlage eine sehr große Rolle. Doch was meine Kunden unter Sicherheit verstehen, kann völlig unterschiedlich sein. Zum einem wünschen sich meine Kunden eine Garantie, dass die eingezahlten Beiträge zum Ablauftermin garantiert werden. Wohl möglich wird sogar eine Garantieverzinsung auf die eingezahlten Beiträge erwartet. Die andere Art der Sicherheit soll so ausfallen, dass das eingesetzte Kapital nicht unter einem bestimmten Prozentsatz fallen darf. Für beide Ansätze gibt es zwar Lösungen und beide Lösungen machen die Produkte teurer oder weniger renditestark. Bei Garantieprodukten, bei denen die Garantie von dem Produktgeber oder einem Garantiefonds gewährleistet wird, muss zwangsläufig ein Teil des aufgewendeten Kapitals für die Garantie eingesetzt werden, damit das Versprechen der Garantie funktioniert. Für den Kunden bedeutet das, dass er mit einer niedrigeren zu erwartenden Rendite zu rechnen hat als bei gleichartigen garantielosen Produkten. Als Beispiel soll es hier ein sogenanntes Hybrid-Produkt dienen. Hybride Produkte bestehen im Wesentlichen aus drei Teilen:
- Risikoanteil
- Garantiefonds
- Sparanteil im Aktienfonds
Je nach Laufzeit und versichertem Risiko fällt der Anteil für den Garantiefonds unterschiedlich hoch aus. Da dieser Fonds ausschließlich dafür dient, dass die ausgesprochene Garantie eingehalten wird, ist in der Regel bei diesem Vertragsanteil mit keiner Rendite zu rechnen. Daher wird im wesentlichen die Verzinsung oder Rendite über den Sparanteil im Aktienfonds generiert. Allein das führt in den meisten Fällen zu einer spärlichen bis ungenügenden zu erwartenden Rendite.
Da die meisten Spargelder im Umfeld der augenblickliche Niedrigzinsphase angelegt sind, ist hier das Risiko langfristig viel höher, negative Renditen zu erwirtschaften als bei zum Beispiel Aktienfonds. Die Begründung liegt in der Tatsache, dass die augenblickliche Inflationsrate die niedrigen Zinsen für Festgeld, Tagesgeld, Sparbücher, Anleihen und ähnliche Produkte so stark übertrifft, dass wir diesen Anlageformen keine Chance besteht über die Inflationsrate hinweg zu rentieren. Die Aussage ist: „Sie haben schon 1,5 % minus.“
Das bedrohliche an dieser Situation ist, dass Lebens- und Rentenversicherung jeden Monat Mittelzuflüsse haben, die angelegt werden müssen. Da die klassischen Produkte hier zu einem Großteil in Anleihen und ähnliche Wertpapiere investieren müssen (zum 31.12.2017 war der durchschnittliche Rentenanteil der Kapitalanlagen der deutschen Lebensversicherer bei 86,1 %; Quelle: www.gdv.de), führt das zwangsläufig zu schlechten Ergebnissen im Vergleich zu den ursprünglichen Angeboten der Versicherer. Wir haben heute schon die Situation, dass ehemals mit 4 % Garantiezins ausgestattete Verträge nicht mehr als ihre Garantie auf die Sparbeiträge erwirtschaften. Diese Situation kann langfristig diese Versicherer in gefährliche Notlagen bringen, weil zur Zeit keine 4 % auf die o.g. Weise am Markt zu erwirtschaften sind. Deshalb sind seit Juli 2000 die Garantiezinsen für diese Produkte gesunken auf heute nur noch 0,9 % Garantiezinsen. Wichtig bei der Betrachtung ist, dass sich diese Garantieverzinsung immer nur auf den Sparanteil des Beitrages bezieht und nicht auf den gesamten Beitrag. D.h. bei Produkten, die Risiken wie Berufsunfähigkeit und Tod mitversichern, wird der Sparanteil entsprechend kleiner ausfallen, als bei Produkten ohne großen Risikoanteil.